- Zum Jadesee -
Ein Filmprojekt von Konrad Licht

Filmdauer: ca. 115 min




Exposé



Zum Jadesee ist ein Reisefilm. Der Filmemacher geht dem Weg nach, der zur letzten großen Entdeckung in Afrika führte: Vor mehr als einem Jahrhundert erreichten Samuel Teleki und Ludwig von Höhnel als erste Europäer den Rudolfsee (auch: Turkanasee), der in der Grenzregion von Äthiopien und Kenia liegt.

Der Filmemacher geht zu Fuß dieser Strecke nach, besucht alle Stationen und dokumentiert so das Land und die Leute Ostafrikas. Durch das Gegenüberstellen der Filmaufnahmen mit Bildern und Zitaten aus dem Reisebericht von Höhnels wird es auch ein Film über die Veränderungen, die in den verschiedenen Regionen stattgefunden haben.

Nicht zuletzt wird jedoch der Weg selbst zur Thematik. Der Zuschauer wird auf eine Reise mitgenommen, die von Erfolgen und Enttäuschungen gekennzeichnet sein wird. Das Reisen wird so zur Metapher des Lebens.







Treatment



Auf Sansibar (ca. 15 min)

Der Titel des Filmes wird über Meereswellen eingeblendet. Ein Schiff ist zu sehen. Ein Kommentar lädt den Zuschauer ein, sich auf eine Reise zu begeben. Es wird gesagt, dass vor mehr als einem Jahrhundert der Graf Samuel Teleki und Ludwig von Höhnel denselben Weg gegangen sind, den wir vor uns haben. Am Horizont erscheint eine Insel. Eine Karte zeigt, dass wir auf der Insel Sansibar sind. Dort angekommen ist vor allem der touristische Charakter der Insel zu sehen: Hotels und Palmenstrände. Jedoch wird hier auch der Bezug zu der Vergangenheit visualisiert: das alte Kolonialgefängnis wird gezeigt und mit den Zeichnungen von Höhnels gegenübergestellt. Eine Zeichnung von der Behandlung von Sklaven wird gezeigt. Darüber wird eine statische Schwarz-Weiß Aufnahme der Statuen von aneinander geketteten Sklaven geblendet. Das Bild wird farbig und fängt die Stone Town von Sansibar ein. Mit einem alten arabischen Holzschiff setze ich mit meinem Assistenten zum Festland über.


Von der Küste ins Innere (ca. 10 min)

Die Kamera fließt entlang der Küstenstadt Pangani. Wir erreichen die alten arabischen Sklavengefängnisse und Märkte und hören ein Zitat aus von Höhnels Buch, in welchem er die Behandlung der Sklaven beschreibt. Auf dem Markt kaufen wir uns Esel sowie Proviant und hören erneut von Höhnels Worte über die Sisyphusarbeit der Reisevorbereitung. Dann geht es los in das Landesinnere. Der Filmemacher ist als einsamer Reisender mit seinem beladenen Esel aus einer Luftaufnahme zu sehen. Die Kamera fliegt über ihn, steigt in die Höhe und liefert dabei eine Supertotale des Raumes in der die einzelnen Elemente ineinander fließen. Der Kommentar gibt die Information dass der wir von nun an - entlang der „Teleki Route“ - 12 Monate durch die Savannen, Gebirge, Wälder und Wüsten Ostafrikas laufen werden.

Dann ein Schnitt auf die laufenden Füße. Die Begegnung mit der lokalen Bevölkerung wird gezeigt sowie unvorhersehbare anfängliche Probleme und Ereignisse. Das Aufstellen des Lagers ist zu sehen. In dem Hintergrund glitzert ein schneebedeckter Gipfel.


Am Kilimanjaro (ca. 15 min)

Während der Besteigung des Kilimanjaros wird die außergewöhnliche botanische und zoologische Vielfalt an dem Kraterberg aus der Nähe präsentiert. Wieder erzählt der Kommentar, während die Besteigung zwischenzeitlich aus der Totalen gefilmt wird, von den Erlebnissen der Österreicher Teleki und von Höhnel vor einem Jahrhundert. Dies steht dann den freudigen und schmerzverzerrten Gesichtern der Touristengruppe gegenüber, der sich das Filmteam zur Besteigung angeschlossen hat.


Durch Südkenia (ca. 25 min)

Im Off sind die ekstatischen Beschreibungen von Höhnels über Taveta zu hören, welche die damalige Siedlung als das Paradies für Karawanen ausmalen. Dann das Bild der Stadt heute: eine typische trostlose Grenzstadt, die nur wenige Reisende heute besuchen. Dem Vorzeigen der Reisepässe wird dem Beschreiben von Wegzollzahlungen der damaligen Zeit gegenübergestellt.

Von hier aus gehen wir in einen der wildreichsten Nationalparks: Tsavo. Impressionen von den großen Tieren der afrikanischen Savanne liefern einen Bezug zu den oft gesehenen Bildern im europäischen Fernsehen. Daraufhin werden die Jagdbilder von Höhnels und abenteuerliche Beschreibungen dem Verhalten der Safaritouristen gegenübergestellt. Auch das Leben in den großen Lodges wird gezeigt sowie das Trophäensammeln von Erinnerungsstücken, welches mit dem Sammeln von Elfenbein der damaligen Zeit verbunden wird.

Über den Kommentar wird erläutert, dass wir uns nun der Teleki & von Höhnel Route abwenden müssen und einen Umweg gehen. Als Grund wird die Umsiedlung der Maasai genannt, die zu einer konsequenten Verkleinerung deren Lebensgebietes führte und deren land wir durchqueren wollen. Der Kommentar erklärt auch, welches Bild die damaligen Reisenden vor Ankunft in dem Land der Maasai von den Menschen dort hatten: die Maasai als blutdurstige Krieger. In dem Land der Maasai angekommen wird gezeigt, wie sich die Maasai den Touristen gegenüber verhalten. Dem wird ihr alltägliches, wirtschaftliches und rituelles Verhalten gegenübergestellt. Die Kamera verfolgt alltägliche Interaktionen in einem Gehöft der Maasai, fängt das Leben mit und von den Kühen ein und wohnt einem Ritual bei.

In Nairobi wird das Grosstadtleben eingefangen. Der krasse Gegensatz von arm zu reich soll gezeigt werden und der Frage nachgegangen werden wieso sich an diesem Ort eine Metropole entwickelt hat.


Durch das Rift Valley (ca. 15 min)

Die Strecke von den Maasai zum Mount Kenia stellt eine geographische Wanderung durch das Rift Valley dar. Dementsprechend werden hier impressionistische Landschaftsaufnahmen von Tälern, Gebirgsketten, und Flüssen und Seen gezeigt. Die Thomsonfälle werden besucht, die nach dem Afrikareisenden Joseph Thomson benannt sind, der wenige Jahre vor Teleki durch das Land reiste. Der Kratersee Naivisha sowie das Vogelparadies am Baringosee wird visuell eingefangen und der Kommentator erzählt welche Abenteur Teleki und von Höhnel an diesen Orten hatten.

Die geographischen Sehenswürdigkeiten wechseln sich mit Ereignissen ab, die uns während der Reise widerfahren: unerwartete Hürden, Krankheiten, Genesungen, Schlangen, Mücken, Diebe, streikende Esel kurzum: praktische Probleme und deren Lösungen. Diese Erfahrungen, so wird dann in den Raum gestellt, erfährt ein Fußreisender heute noch wie vor einem gutem Jahrhundert. Dazu gehört es auch zu zeigen, wie das Filmteam Nahrung und Unterkunft findet. Dieser Mittelteil des Filmes zeigt das Reisen mit all seinen Nuancen – sowohl in der heutigen Zeit als auch über den Kommentar in der Vergangenheit. Am Mount Kenia wird die Tier und Pflanzenwelt des Regenwaldes einfangen: Karawanen von tropischen Riesenameisen, nebelgetränkte Wälder stellen den bildlichen Gegensatz zu den Sequenzen, die noch vor uns liegen, dar.


Durch die Wüste zum Rudolfsee (ca. 20 min)

Vom Mount Kenia geht es nun durch das Teleki Tal zu den verschiedenen pastoralen Bevölkerungsgruppen. Der Kontakt mit den Samburu, Ariaal und Rendille wird dokumentiert. Es wird gezeigt, wie die Filmemacher unter der lokalen Bevölkerung leben und dem die Hungersnöte und Konflikte der Teleki Expedition gegenübergestellt. Die Packesel werden gegen Kamele eingetauscht um die immer trockeneren Gebiete zu bezwingen. Die glühende Sonne, flimmernde Hitze, aufkommenden Sandstürme und schwarze Skorpione prägen die Stimmung der Filmaufnahmen. Hinzu kommen Kommentare über die Strapazen der damaligen und heutigen Reisenden. Das Filmteam dürstet auf der wochenlange Wüstendurchquerung sichtbar nach Wasser und leidet unter der Hitze. Erneut sehen wir wie zu Beginn des Filmes den Reisenden aus einer Luftaufnahme. Die Kamera fliegt über den Laufenden hinweg, erhebt sich in die Luft, fliegt über einen Vulkan und präsentiert schließlich das ersehnte Ziel: den Jadesee. Während der See überflogen wird hören wir von Höhnels Beschreibung des berauschenden Momentes in welchem er den See erstmals erblickte. Die Kamera macht eine Kehrtwende und fliegt zurück zu dem Läufer, der in dem Moment den letzten Hügel erklimmt und dann auf den See an der Von Höhnel Bucht blickt. Die Kamera ist erneut auf dem Boden und fängt Bilder des Staunens ein. Über den Kommentar sind unsere Empfindungen bei dem Anblick zu hören. Das Bild blendet aus.




Bei den Dassanetch (ca. 15 min)

Einblende. Der Filmemacher steht mit seinen Kamelen am Ufer des Sees und spricht mit der Bevölkerung. Er erzählt, dass er seit einem knappen Jahr unterwegs ist und hier, bei den Dassanetch sein Ziel erreicht hat. Während die Bilder des kulturellen Kontaktes zu sehen sind, erfährt der Zuschauer über den Kommentar von der Ehrfurcht und dem hohem Respekt den Teleki für die bis dahin unentdeckten Menschen in dieser Region empfand. Zusätzlich sind die Beschreibungen der Häuser, der materiellen Kultur und des Lebens in Dassanetch zu hören. Der Inhalt dieser Zitate stimmt mit dem Inhalt der Bilder überein: Die Vergangenheit und Gegenwart fließen hier ineinander über.






Anmerkung zum Treatment

Hier habe ich nur die wesentlichen Etappen des Filmprojektes formuliert. Einen Großteil des Filmes stellt jedoch die Dokumentation des Unerwarteten dar, welches die Reise auszeichnen wird. Vor allem aus diesen Momenten wird der endgültige Film seine Qualität als Reisedokumentation schöpfen. Diese sind jedoch zum heutigen Zeitpunkt naturgemäß nicht anführbar.